Phineas Taylor Barnum

Phineas Taylor Barnum, geboren am 5. Juli 1810 in Bethel, Connecticut und gestorben am 7. April 1891 in Bridgeport, Connecticut war ein amerikanischer Unterhaltungsunternehmer. Seitdem ihn Hugh Jackman in dem Biotopic The Greatest Showman verkörperte, ist er wieder verstärkt in die Öffentlichkeit gerückt.

Barnum war ein Showman, Autor, Verleger, Philanthrop und eine Zeit lang Politiker. Aber immer war er ein „König der Scharlatane“, der die Glaubwürdigkeit und den Voyeurismus der Menschen für seine Unternehmungen ausnutzte. Dank seines Geschäftssinns und seiner Vorliebe für Freakshows wurde sein 1871 gegründeter Zirkus schnell zu einem erfolgreichen und berühmten Unternehmen.

Barnum stammte aus einer bescheidenen Bauernfamilie. Sein Vater Philo Barnum war ein Landwirt, der sich auch in verschiedenen anderen Berufen wie Lebensmittelhändler oder Schneider versuchte. Als dieser starb, ging Barnum nach New York und arbeitete als Lebensmittelhändler, als Brauer und als Angestellter in einer großen Taverne. In New York entdeckte er für sich Tiershows und das Theater. Als er 1828 zurück nach Bethel kehrte, um ein Lebensmittelgeschäft zu eröffnen, baute er auch eine besonders lukrative Lotterie auf. Barnum hatte die Gabe, die Kunden glauben zu machen, sie würden den großen Preis gewinnen.

Sein erster einschneidender sowie skrupelloser Erfolg in der Unterhaltungsindustrie war auch gleich ein erster Betrug. Mit der Ausstellung von Joice Heth, einem blinden und fast vollständig gelähmten schwarzen Sklaven, ließ er die Öffentlichkeit glauben, es handele sich dabei um George Washingtons 161 Jahre alten ehemaligen Hausangestellten.

Nach Joice Heth’s Tod tingelte er mit dem Aaron Turner Travelling Circus über die Lande. Hier war ein afroamerikanischer Sänger die Hauptattraktion. Als dieser für eine Vorstellung ausfiel, wollte Barnum die bereits verkauften Tickets nicht zurückerstatten. Stattdessen schwärzte er sein Gesicht und ersetzte den Sänger auf der Bühne.

1841 kaufte Barnum das American Museum, dessen Freak-Shows seinen Ruf begründete. Immer im Bewusstsein der Auswirkungen der Werbung auf die Menge, nutzte Barnum alle Kommunikationsmittel, um Kuriositäten zu fördern. Er zeigte isländische Riesen, patagonische Frauen, Zwerge, Seeschlangen und viele weitere Skurrilitäten. 1850 machte er auch die Sängerin Jenny Lind zu einem echten Star, indem er eine gigantische Tour durch die Vereinigten Staaten plante.

1871 eröffnete er das Barnums Great Circus Museum, dessen Menagerie ein 5.000-Sitze-fassendes Zelt war. Die größte Show der Welt war geboren.

Barnum sagte über sich selbst: „Ich bin von Beruf Schausteller und mein ganzer Erfolg wird nichts anderes aus mir machen“.

Aber er war auch Philanthrop, wobei er aber gerne ausführte, dass er nicht den Wunsch habe, als ein großer Philanthrop betrachtet zu werden. Dennoch leistet er als Philanthrop Beachtliches, indem er z.B. bedeutende Beiträge der Tufts University spendete.

Barnum schrieb mehrere Bücher, darunter seine erste eigene Lebensdarstellung bereits im Alter von 44 Jahren, die er später erweiterte mit dem Titel „The Humbugs of the World“.